Samstag, 25. März 2017

In heaven No. 251 - Geschwurbel

Geschwurbel auszuhalten fällt mir schwer. Wenn ich längere Zeit sehr verquasten, überfrachteten Ausführungen zuhören oder sie lesen muss, dann werde ich unruhig. Ich fange an, auf meinem Stuhl hin und her zu rutschen, es juckt mich hier und zwickt mich dort, da ist ein Summen, das meine Aufmerksamkeit fesselt und dort krabbelt ein Käfer am Fenster. Mein Blick schweift ab und die Gedanken schleichen sich hinterher. Dann kommt es vor, dass ich Abschnitte überspringe, zum fünften Mal lese ohne dass der Inhalt irgendwie in meinen Kopf Eingang finden würde, oder dass ich meinem Gegenüber ins Wort falle, weil er oder sie einfach nicht auf den Punkt kommt. Manchmal möchte ich auch jemand an den Schultern nehmen, schütteln und ihn flehentlich bis angenervt fragen, was er mir denn eigentlich sagen will. Geduld gehört nicht zu meinen Kernkompetenzen.

Vor kurzem habe ich euch erzählt, dass ich in einer Gruppe aktiv bin, die sich gegen Hatespeach auf Facebook engagiert. Ein hehres Ansinnen, denn der Hass wächst sekündlich nach wie Giersch im Hausgarten. Es fühlt sich an, als würde man sich im knietiefen, losen Sand eine steile Düne hinaufkämpfen - drei Schritte vorwärts und zwei rutscht man zurück. 
Wenn man sich dazu verpflichtet, zur Verbesserung der öffentlichen Diskussionskultur beizutragen, alle Menschen mit Respekt zu behandeln, zuzuhören, sich auch vom größten Vollhonk nicht provozieren zu lassen und ruhig anhand von Fakten zu argumentieren, dann laugt das aus. Sehr. Und irgendwann beisst es sich mit meinem Naturell, dem es angesichts von zum eintausendeinhundertdreiundachzigsten Mal vorgetragenen Verschwörungstheorien rund um Umvolkung, die BRD-GmbH, angeblicher Meinungsdiktatur, die goldwerten Fachkräfte und die Bereicherung durch Bahnhofsklatschergäste manchmal deutlich näher läge, dem Verbreiter spontan eins auf den Backen zu hauen, damit dieses unsägliche Geschwurbel endlich aufhört. Wenigstens für 10 Minuten. 
Ich weiß nicht, ob ich zum Weltverbesserer tauge.

Kürzlich wurde ich gefragt, ob ich nicht in die Politik gehen wolle, da könne man mich gut gebrauchen. Wenn ich mir dann aber eine Bundestagsdebatte anschaue, dann weiß ich wieder, dass ich das nicht brauchen kann. Ich würde wohl öfter mit einem Ordner werfen, "Du Vollhonk!" reinschreien oder einschlafen (Übersprungshandlung). Zum Weltverbesserer fehlt mir einfach auf lange Sicht die Gelassenheit gegenüber Geltungsdrang, Bösartigkeit, Arroganz, Narzissmus, Menschenhass und grenzenloser Dummheit. Vor allem, wenn alles in Kombination auftritt (oft), dann muss ich aufpassen, dass mir nicht der Gaul durchgeht und ich mit Sachen und Wörtern werfe.

Ob abgedrehtes Reichsbürgergeschwurbel, hysterisches Besorgtbürgergeschwurbel, kritikablehnendes Bessermenschengeschwurbel, verquastes Verschwörungstheoretikergeschwurbel, bescheuklapptes Erdoganfangeschwurbel, abgehobenes Intellektuellengeschwurbel oder auch fanatisches Extremistengeschwurbel - ich bin nicht dafür gemacht, das alles ruhig und gesittet auszusitzen und auszudiskutieren. Es mangelt mir an Gelassenheit und dickem Fell. 
Ich würde so gerne die Welt verbessern, aber ich schätze, mir fehlt die Geduld dazu. Der Stinkefinger sitzt zu locker. Ich bin geschwurbelintolerant.

Geschwurbel 

Schein-Tiefsinn . realitätsferne oder ideologisch überfrachtete Aussagen . Geschwätz . langweilige Rede . leere Worte . Redundanz . Gerede . Blablabla . hohle Phrasen . Geblubber . Sermon . Gefasel . Gelaber . Luftblasen . Geschwafel . Schmus . Blödsinn . Geschwalle . Geseiere . Gewäsch . Schwadronieren . Worthülsen

Wolkengeschwurbel rund um meine Heimatstadt. The only one I can bare.

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Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minimalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier (fast) jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über (oder auch bereits vor einiger Zeit) eingefangen habe. Manchmal sind es nur die Bilder, manchmal aber auch Gedanken, die mich die Woche über beschäftigt haben - so wie heute.

Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel und den entsprechenden Post hier zu verlinken.


Samstag, 11. März 2017

In heaven No. 250 - Stadtwolken

Etwas still ist es hier im Moment. Viel Zeit habe ich in den letzten Wochen hoch oben über den Dächern meiner Heimatstadt verbracht, um kleinste Räume für große Geräte zurechtzuschnitzen und viele hundert Meter Kabel verlegen zu lassen, auf dass Panoramabilder von Zähnen in 3D nun überall hin verschickt und befundet werden können. Alles hat gut geklappt und wenn das "Alles" mal zu viel wurde, dann blieben die vielen Fenster, die mir den Blick über die Stadt anboten - mal zum Sonnenauf- oder Untergang, mal zum Gewitter und mal zum Sonnenschein. Jeden Tag zeigte der Himmel so viele verschiedene Gesichter. Zwar warten schon die nächsten Projekte, aber vielleicht lasse ich mir ja trotzdem ab und zu einen Termin dort geben... nur um mal so ein bisschen rauszuschauen.


Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minimalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier (fast) jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über (oder auch bereits vor einiger Zeit) eingefangen habe. Manchmal sind es nur die Bilder, manchmal aber auch Gedanken, die mich die Woche über bewschäftigt haben - so wie heute.

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Dienstag, 28. Februar 2017

Februartisch . Der Wolf im Kätzchenpelz

Die ersten beiden Monate des frischen Jahres sind schon vorbei und während sich die Amseln frühmorgens und auch die Sonne am Mittag schon richtig Mühe geben so zu tun als wäre bereits Frühling, zögert die restliche Natur noch etwas ängstlich damit in Jubelrufe und aus den Knospen auszubrechen. Allein die Weidenkätzchen sind bereits am Start und die Traubenhyazinthen tun zumindest indoor schon mal so, als bestünde keine Gefahr mehr, sich die Ohren abzufrieren, wenn man den hübschen Kopf aus der Erde steckt. Wer drin bleibt ist sicher, wer sich nach draußen wagt, dem weht mitunter ein eiskalter Wind um die Ohren, aber dafür verpasst er auch nicht die Gelegenheit sein Gesicht in die Sonne zu halten und sich aufzuwärmen, wenn sie sich zeigt.





Ein arbeitsreicher Monat liegt hinter mir, ein Monat auch, der mich an Lebenserfahrung mal wieder sehr viel reicher gemacht hat. Wer Menschen widerspricht, der lernt sehr viel über sie, aber auch über Menschen im Allgemeinen. Nicht immer ist das, was da nach Außen gekehrt wird hübsch, oft ist es sogar erschreckend hässlich, aber lehrreich ist es allemal. Und wenn das Übermaß an inwendig Hässlichem so massiv nach Außen dringt wie momentan, dann hat das zum Glück auch einen anderen Effekt, der große Hoffnung macht. Denn gleichzeitig bringt ein Übermaß an Hässlichem auch immer mehr Menschen dazu, vom Sofa aufzustehen und sich gemeinsam dem Hass entgegenzustellen - zusammen, aufrecht und vereint - und zu widersprechen, um dem Hässlichen unser Land nicht zu überlassen. Schön mitzuerleben und anzusehen ist das. Danke an alle, die das jeden Tag tun, mit Taten, mit Worten, mit dem Herzen. Es tut gut zu wissen, dass wir viele sind.







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Samstag, 18. Februar 2017

In heaven No. 249 - Gümüşservi

Der Himmel und ich melden uns nach zwei Wochen zurück. Ersterer war zwar gar nicht weg, aber zumindest die Sammlung der Himmelsansichten musste, wie auch vieles andere, pausieren, während mich die Arbeit mit Beschlag belegt hatte. Nicht immer ist die phantasievoll und kreativ, sondern manchmal auch trocken der rein funktionalen und technischen Optimierung gewidmet und besteht demzufolge hauptsächlich aus Zahlen- und Terminjonglage, jeder Menge Technikkram und sehr viel Abstimmungsarbeit. Um so schöner ist es dann, wenn ein solches Projekt relativ reibungsarm abgeschlossen werden und ich mich wieder den schönen Dingen widmen kann. Ganz besonders schöne hebe ich mir sogar extra für solche Momente auf, wie zum Beispiel unsere Sprache, die so viele wunderschöne Worte für Gemütszustände hat, die man nicht wirklich in eine andere Sprache übersetzen kann. Fernweh... Wanderlust... Habseligkeiten... Gemütlichkeit... Sehnsucht... Heimat... Herzschmerz... Geborgenheit... Weltschmerz... Heimweh oder auch mein absolutes Lieblingswort: Kleinod - ich trage diese Worte tief in meiner melancholischen Seele. Auch so ein schönes Wort: Melancholie.
Für ein unglaublich schönes Naturphänomen haben wir dagegen jedoch kein eigenes Wort und das finde ich unendlich schade: für das Glitzern des Mondlichts auf einer nächtlichen Wasseroberfläche. Also leihe ich mir dieses Wort aus der türkischen Sprache und hoffe sehr, ich schreibe es richtig: Gümüşservi.


Das Glitzern des Mondlichts - Gümüşservi - auf dem Haldensee, Tannheimer Tal, Österreich. November 2016


Der englische Psychologe Tim Lomas ist gerade dabei, ein interaktives Wörterbuch der unübersetzbaren Begriffe anzulegen, die in den Sprachen der Welt für positive Erlebnisse, das Wohlfühlen und die besonderen Glücksmomente existieren. Gümüşservi ist eines davon.
Ulassa (उल्लास) könnte man das, was ich bei einem solchen Anblick empfinde, wohl auch nennen - so wird in Sanskrit das Wohlgefühl beschrieben, das man beim Anblick natürlicher Schönheit empfindet...
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Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minimalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier (fast) jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über (oder auch bereits vor einiger Zeit) eingefangen habe. Manchmal sind es nur die Bilder, manchmal aber auch Gedanken, die mich die Woche über beschäftigt haben.
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Samstag, 4. Februar 2017

In heaven No. 248 - Mondkräcker

Heute oute ich mich mal wieder als Fan von James Bond. Naja, nicht so wirklich als Fan des Scripts oder des promiskuitiven Agenten 007 selbst, sondern als Fan der szenografischen Gesamtkunstwerke, als die ich die frühen James Bond Filme sehe. Was im Theater die Kulissen, ist im Film die Szenografie und in diesem speziellen Fall die Filmarchitektur von Ken Adam. Stundenlang kann ich gedanklich und mit den Augen in den unglaublichen Gebäuden, Bösewicht-Kommandozentralen und Fahrzeugen der Geschichten rund um Dr. No, Blofeld und Goldfinger wandeln. Der Licht- und Schattenwurf, die Anordnung von Fenstern und Oberlichtern, die monumentalen Gesten der Architektur des Bösen - ein dreiminensionaler, betongewordener Comic, erzählt mit der Sprache der Architektur. Was das alles mit dem gestrigen Mond zu tun hat? Der hat mich unbedingt an einen angebissenen, bleichen Kräcker erinnert, quasi einen Mondkräcker. Ich bekam daraufhin umgehend spätabendliche Gelüste auf salzig-spröde Backwaren und dachte unweigerlich an Moonraker. Mein Gehirn folgt prinzipiell seiner sehr eigenen Logik der Übersprungsverknüpfungen, ich werde da nur selten gefragt. So ist das.

Sieht der gestrige Mond denn nicht fast genauso aus, wie der Mond vor vier Wochen? Nein, absolut nicht - der sah aus wie ein gefüllter Pfannkuchen und ich musste dann unbedingt in die Küche, um...

Damit erübrigt sich dann auch die sehr naheliegende Frage, warum aus mir nie ein Bondgirl geworden ist. Aus Gründen.


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Mittwoch, 1. Februar 2017

Januartisch . Der florale Sternenregen

Weiß waren Städte und Landschaften im Januar diesen Jahres, so weiß und kalt wie schon viele Jahre nicht mehr. Fasst hatten wir vergessen, wie richtiger Winter geht und vielleicht hat uns die Natur deshalb zu Beginn des Jahres umso nachdrücklicher daran erinnert, wie sich Winterkälte anfühlt. Womöglich war das auch einfach das passende Klima zu den Ereignissen auf der anderen Seite des Atlantiks, die mir seit Wochen eine Dauergänsehaut bescheren. Wenn Narzissmus ein Gefühl wäre, dann wäre es diese eisige Kälte, die sich träge und zäh wie ein bleischwerer Mantel um den Körper legt und unerbittlich in Arme und Beine kriecht, bis auch sie starr und tot sind wie Eis. Um so wichtiger ist es da, sich wieder aufzuwärmen an den Menschen, die noch menschlich sind, aufzutauen, tief Luft zu holen und sich bewusst zu machen, dass niemand es schaffen kann, die inwändige Wärme in uns selbst auszulöschen, wenn wir das nicht selbst zulassen. Optisch passend zur weißen Kälte draußen habe ich mir in Januar einen weißen, aber warmen Sternenregen in unser Zuhause geholt. Die Seele kann man mit Liebe aufwärmen und manchmal auch zusätzlich mit dem Blick auf Schönes.









(Milch)Sternenregen in der Bergseeschale, die Füsse gewärmt mit den Resten des Advent.

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Samstag, 28. Januar 2017

In heaven No. 247 - Winterbaumhimmel

Der Schnee ist hier inzwischen fast weggetaut und der Wetterbericht sagt das Ende der Bibberzeit für kommende Woche voraus. Ich hab mit Sicherheit nichts dagegen, denn ich wäre jetzt dann fertig mit Winter. Schon lange. Genug Gänsehaut, Eisfüße, kalte Rückenschaue und Frosthände hab ich die letzten Wochen gehabt und nu is dann mal gut. Bitte. Ich sehne mich nach mehr Sonne und vor allem danach, endlich nicht mehr zu frieren. Für Minusgrade bin ich einfach nicht gemacht. Die Sonne hat diese Woche ja schon mal kräftig geprobt, allein das mit dem Temperaturen hatte sie noch nicht wirklich im Griff, da geht noch mehr. Nach oben bitte, so wie generell jetzt bitteschön alles aufwärts geht, hin zum Positiveren, Helleren, Freundlicheren und Wärmeren. Also ich wär dann bereit für Frühling. Und ihr?
 




Stadtpark Fürth.

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Mittwoch, 25. Januar 2017

Neue Welt.

Jungfräuliches Weiß. Glitzend, rein, unschuldig, Symbol für Sauberkeit und Neuanfang. So sollte eigentlich die Amtszeit eines neuen Politikers in einer großen Demokratie beginnen. Und doch war wohl noch nie ein Land davon weiter entfernt, als es die USA momentan sind. Alternative Fakten, Größenwahn, pathologisches Lügen, Narzissmus, Rassismus, Umweltzerstörung und Sexismus sind spätestens mit der Wahl Donald Trumps als neuer Präsident der USA salonfähig geworden und gelten damit flächendeckend als staatlich legitimiert. Noch nie hat ein Politiker sich damit schon im Vorfeld einer Wahl für das höchste Staatsamt dermaßen disqualifiziert und wurde trotzdem vom Volk gewählt. Die dunkle Wolke von Mordor legt sich jetzt statt unschuldigem Weiß über eine große Nation und ihre Ausläufer erreichen die ganze Welt und erschüttern sie bis in ihre Grundfesten.

Donald Trump  segnete bereits in den ersten Stunden seiner Amtszeit die Vernichtung der Krankenversicherung für alle Amerikaner, den Ausstieg aus dem Freihandelsabkommen mit Asien, die Annektion von weiterem palästinensischem Land durch Israel und die sofortige Streichung von finanzieller Unterstützung für alle Hilfsorganisationen, die im Rahmen der Schwangerschaftsberatung auch zum Thema Abtreibungen beraten ab. Er reaktivierte zwei Fracking-Pipelineprojekte, die Obama und Kerry gestoppt hatten, weil es ökologische Einwände gab und sie durch Indianerreservate verlaufen sollten und er verpasste der staatlichen Umweltaufsichtsbehörde EPA einen Presse-Maulkorb und sperrte deren Social Media Kanäle. Er beginnt mit dem Bau der Mauer an der Grenze zu Mexiko und kürzt die staatliche Förderung von Geisteswissenschaften und Kunst drastisch. Das alles ungeachtet der wirtschaftlichen, politischen, ökologischen und sozialen Folgen für alle Beteiligten - einfach nur, weil er die Macht dazu hat und es kann.
Millionen Frauen, die weltweit für ihre Rechte und die von Minderheiten demonstrieren, werden als frustrierte Emanzen beschimpft und in acht Staaten der USA haben republikanische Abgeordnete Gesetzesentwürfe eingereicht, mit denen das Demonstrationsrecht drastisch eingeschränkt, beziehungsweise unter Strafe gestellt werden soll.

Die Türkei als einer der wichtigsten Bündnispartener Deutschland und Europas entwickelt sich unter dem Jubel der Bevölkerung und durch Auslöschung jeder Opposition von einer Demokratie zurück in einen totalitären, islamisch fundamentalistischen Staat und man steht fassungslos daneben, weil man nicht versteht, wie irgendein Menschen sich das tatsächlich wünschen kann, geschweige denn ein ganzes Volk. Der Wunsch nach simplen Lösungen in einer immer komplexer werdenden Welt?

Der Landesvorsitzende einer deutschen Partei darf sich öffentlich als Nazi gebärden und den totalen Sieg fordern, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen und alle Rechtspopulisten Deutschlands und Europas fühlen sich durch Trumps Wahl beflügelt, lassen ebenso wie er nur noch ihnen genehme Pressevertreter bei Parteitagen und Pressekonferenzen zu, schränken damit die Pressefreiheit und Meinungsbildung ein und gedenken, gemeinsam "eine neue Welt" zu gebären.
Und mir jagt es Ekelschauer üben Rücken und ich denke mir: Presst sie bitte möglichst weit weg aus euch heraus und zieht alle gemeinsam dorthin - bitte viele Lichtjahre von unserer Erde entfernt.

"Endlich. Endlich!" denkt sich dagegen Hänschen Müller, denn warum sollte er sich da noch beherrschen oder im moralischen Sinn gut benehmen, wenn die Politiker und Präsidenten von Nationen es doch öffentlich vorleben? Das Ausleben der niedersten Triebe muss doch dann völlig in Ordnung sein, oder? 

Es fällt mir grade so gar nicht leicht, unbeschwert Schönes wahrzunehmen und zu verbreiten. Der Weg, den die Welt politisch und gesellschaftlich nimmt, die Welt, in der unsere Kinder leben werden, bereitet mir schlaflose Nächte und lässt mir vieles andere als völlig unwichtig erscheinen. Auch der Blick in den Himmel führt momentan primär dazu, dass ich mir wünsche, der Herr, Gott, Allah, irgendwer würde Hirn und Herz von dort hinunterwerfen. Tonnenweise. 
Erst jetzt wird mir klar, wie unheimlich glücklich ich mich schätzen kann, in einer Zeit aufgewachsen zu sein und lange gelebt haben zu dürfen, die von einem Aufschwung des gemeinsamen Gedankens nach Vorne zum Besseren, zu viel mehr Gemeinschaft, Gleichberechtigung, Demokratie, Frieden und Ökologie in Europa und der Welt geprägt war.

Ich kann nicht begreifen, warum Menschen so sind. Warum sie nie zufrieden sein können, warum sie nicht von sich aus wollen, dass es allen gutgeht, warum es immer nur um Macht und Geld geht, warum sie offenen Auges die einzige Welt, die sie haben, vernichten, warum sie alles ausblenden und glauben, nur ihre Realität sei möglich und wahr, warum sie keine Fakten und Argumente mehr brauchen für Überzeugungen, warum sie so viel Hass über anderen ausschütten, warum da so viel Narzissmus ist und IchIchIch und Whataboutism und Machtgier und Geldgeilheit und so verdammt wenig Liebe.

Um nicht verrückt und hoffnungslos zu werden bleibt nichts anderes, als es selber im Kleinen anders zu machen. Wählen zu gehen, nicht zu schweigen und wegzusehen, nicht zu resignieren, seine Stimme zu erheben, wann immer andere Menschen sich danebenbenehmen oder schlecht behandelt werden, selbst mit gutem Beispiel voranzugehen. Die Verrohung und den Narzissmus der Gesellschaft nicht als unveränderliche Entwicklung hinnehmen, sondern im eigenem kleinen Umfeld dran mitwirken, dass es nicht irgendwann völlig selbstverständlich akzeptierter Mainstream wird, ein schlechter Mensch zu sein.

Es gibt kleine Lichtblicke.
Der Woman´s March hat Millionen Menschen weltweit mobilisiert, um friedlich gegen Sexismus und für Frauen- und Minderheitenrechte zu demonstrieren. Der Bürgermeister von Boston stellt sich vor seine Bürger und gegen Trumps Politik. Die Aktionsgruppe #ichbinhier schafft es immer häufiger, mit sachlichen Kommentaren und Argumenten den Ton in den Kommentarspalten der Online-Nachrichtenportale positiv zu beinflussen, mit belegbaren Fakten die "alternativen Fakten" der Hetzer auszuhebeln und zur Verbesserung der Diskussionskultur beizutragen. Immer mehr Initiaven bilden sich aus der politischen Mitte, um "Populisten jeglicher Couleur durch effektive und nachhaltige Kommunikationskampagnen 2017 die Lufthoheit im meinungsbildenden, digitalen Raum nehmen."*
Die Thüringer Polizeigewerkschaft hat sich öffentlich von Bernd Höcke und nach seinem bestätigten Verbleib in der AfD auch von dieser distanziert. Respekt.
Sigmar Gabriel überlässt die Kanzlerkandidatur Martin Schulz und die Niederländer versuchen Trump mit Humor zu verkraften.
Die Kältewelle wird irgendwann enden. So oder so.

Jetzt muss nur noch jemand Melania befreien.

* Quelle
Brave New Wold,  Politiker als Vorbilder, Widerstand gegen Hass, Narzissmus, Gesellschaftsentwicklung, Sexismus, Donald Trump, Lichtblick

Samstag, 14. Januar 2017

In heaven No. 246 - Da Sein

Tief Egon bringt nicht nur viele dunkle Wolken über Deutschland und ganz Europa, er bringt auch Sturm. Nicht in allen Bundesländern hat er gleich stark gewütet, in manchen kam er abgemildert als frischer Wind daher. Ein großes Tiefdruckgebiet liegt auch seit vielen Monaten über den sozialen Netzwerken in Deutschland. Ein Tiefdruckgebiet aus Aggression und Hass weit jenseits jeglicher Menschlichkeit, Fakten und Diskussionskultur. Welche Probleme ich damit habe, dass Menschen sich anderen Menschen gegenüber derartig empathiebefreit, hasserfüllt, ja unmenschlich benehmen und dass reale Fakten in dem reinen Ausbrechen von Parolen keine Bedeutung mehr zu haben scheinen, das habe ich an anderer Stelle schon ausführlich dargelegt. Auch, dass es mir oft schwerfällt, nicht irgendwann entnervt und wütend im gleichen Ton zurückzubrüllen. Mit Kommentierenden habe ich darüber diskutiert, ob man selbst das unmenschliche Verhalten anderer kritisieren darf, wenn man selbst nicht ohne Tadel ist und ob ein solches Verhalten, in dem man anderen Menschen hasserfüllt den Tod wünscht oder diesen feiert, wirklich unmenschlich ist, denn letztlich ist eben auch dieses widerwärtige Verhalten doch menschlich, da von Menschen ausgelebt.
Und doch hat der Begriff "Menschlichkeit" neben der Beschreibung des Gesamtumfangs jeglichen Verhaltens, zu denen ein Mensch fähig ist, noch eine engere Bedeutung. "Menschlichkeit" hat auch eine normative, moralische Bedeutung, indem es nur jene Züge menschlichen Verhaltens meint, die nach geltenden gesellschaftlichen und sozialen Regeln in Anlehnung an die Ideen des Humanismus wünschenswert sind. Also ist der Begriff  "unmenschlich" in diesem Zusammenhang doch nicht so unpassend. Unmenschlichkeit aber ist ein Stachel im Fleisch jeder freiheitlichen Demokratie.

Entstanden ist der Gedanke des Humanismus im 18. Jahrhundert, als sich Philosophen zusammensetzen und sich anhand von moralischen Kriterien überlegten, was einen Menschen denn ausmache und wie er denn sein solle, um ein friedliches Zusammenleben und eine fortschrittliche Gesellschaft voranzubringen. Voraussetzung aber auch Ziel sollte ein friedlicher, gütiger und kultivierter Umgang miteinander sein, im Rahmen dessen man durch Taten der Güte, der Menschenliebe, der Nächstenliebe, der Barmherzigkeit und des Mitgefühls eine Steigerung der Menschlichkeit oder aber auch bei Nichtbeachtung eine Schwächung oder einen Verfall der Menschlichkeit bewirken würde. 
Aus diesen Überlegungen entstand im 18. Jahrhundert die Lehre von den "unveräußerlichen Menschenrechten", welche die Gleichwertigkeit aller Menschen jeder Herkunft und jeden Geschlechts, die Menschenwürde und die politische und religiöse Toleranz gegenüber anderen Menschen und die Achtung ihrer Überzeugungen umfassen, ebenso die Achtung vor Tieren und Natur und die Ächtung von Angriffskriegen. 

Im Sinne des Humanismus ist das, was sich in sozialen Netzwerken vor allem zu politischen und gesellschaftspolitischen Themen austobt, in weiten Bereichen also ganz weit von Menschlichkeit entfernt. Liest man dort in Nachrichtenportalen mit, erwecken die Kommentare in ihrer Geballtheit an Hass, Vorurteilen, Aggression, Beleidigungen und Faktennegierung und auch aufgrund des mangelnden Widerspruchs eine Dimension, die beängstigend ist, wenn man an Gegenwart und Zukunft unseres Landes denkt. Das ist so, weil sie eindimensional ist und den Anschein erweckt, das Hass, Hetze und die dahinterstehende Propaganda und plumpe Parolen nicht nur inzwischen legitim, sondern auch allgemein anerkannter Konsens in Diskussion seien. Unabhängig davon, ob es um Asylpolitik, um andere politische Entscheidungen, um Personen oder um die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geht - der Ton unterscheidet sich kaum noch. Die Verwendung des durch Pegida missbrauchten Slogans "Wir sind das Volk" erscheint in Folge vielen dieser hasserfüllten Menschen völlig richtig - denn wenn sich dort nur Hetzer gegenseitig bestätigen, dann sind sie doch auch repräsentativ für das Volk, oder nicht?

Viele Menschen fragten und fragen sich, wie man mit diesen Abgründen umgeht. Was tut man, wenn Fakten und Realität nicht interessieren, sondern der einzige Sinn und Zweck scheint, alle persönlichen Abgründe aus sich herauszubrechen? Rückzug, Resignation, Ignorieren und den geifernden Hetzern das Feld überlassen? Oder vielleicht doch mit Argumenten dagegenhalten? Dagegenhalten allerdings, ohne sich selbst anstecken zu lassen von all dieser Negativität und Unmenschlichkeit - denn wenn man zu lange in den Abgrund blickt, dann blickt der Abgrund irgendwann zurück. Doch allein auf verlorenem Posten gegen Hunderte Hetzer unter jedem Artikel? Geht das? Schwierig.
Viele Menschen sind an all diesem Hass und diesem Absturz der Diskussionskultur verzweifelt und haben resigniert, sahen keine Möglichkeit, den Wahnvorstellungen und der Unmenschlichkeit etwas entgegenzusetzen, ganz allein auf verlorenem Posten - und haben sich deshalb zurückgezogen und gleichzeitig den Hetzern das Feld überlassen.

Doch ist das der richtige Weg? Diese Frage habe ich mir in den letzten Monaten - auch hier - oft gestellt, wenn ich resigniert war wegen all der negativen Projektionen, der um sich greifenden Paranoia, der Distanzlosigkeit, der Unkultiviertheit, der Pauschalierungen, dem Hass und der Unmenschlichkeit des Umgangs mit anderen Menschen, die durchaus ansteckend wirkt - vor allem in den Kommentarbereichen der Nachrichtenportale, aber mitunter auch im Alltag.

Wie gut tut es da zu wissen, dass es nicht nur mir allein so ging und geht. Da draußen sind viele Menschen, denen etwas daran liegt, menschlich miteinander umzugehen und sachlich zu diskutieren, auch bei konträren Meinungen. Menschen, die weiter Interesse daran haben, Probleme zu lösen und über Wege zu diskutieren, statt sich nur darüber zu echauffieren. Menschen, die Interesse daran haben, die Diskussionskultur in sozialen Netzwerken zurückzuerobern. Aus diesem Hintergrundgedanken heraus ist die Aktionsgruppe #ichbinhier entstanden.

"#ichbinhier ist eine Aktionsgruppe zur Rückeroberung der Diskussionskultur in den sozialen Medien. Hass, Beleidigung, Respektlosigkeit, Lüge, Sexismus und Destruktion wollen wir Konstruktivität, Mut, Offenheit und höfliche Entschiedenheit entgegensetzen. Je mehr Menschen die Kommentarspalten der großen Online-Medien deeskalieren, desto besser wird der allgemeine Umgang miteinander. Jede konstruktive Stimme macht den Unterschied.
Es ist wie auf einem Marktplatz. Wenn 500 Leute Gerüchte verbreiten, Angst schüren oder andere angreifen, dann wird die Stimmung eskalieren. Kommen 100 Menschen mit konstruktiven Vorschlägen, Informationen und einer offenen Grundhaltung dazu, kann sich die Stimmung drehen. Diese kritische Masse wollen wir sein."
(Auszug Gruppenbeschreibung #ichbinhier auf Facebook)

#ichbinhier ist ein Zusammenschluß von Menschen, die die öffentliche Meinungsbildung nicht allein den Hassern überlassen wollen - keine politische Parteiarbeit, sondern gesunder Menschenverstand, Respekt, höfliche Entschiedenheit, Information, Fakten, Argumente und sachliche Diskussion statt Marktschreierei. Mit gutem Beispiel gemeinsam vorangehen und Diskussionen wieder auf ein Niveau bringen, das die Bezeichnung "menschlich" verdient. Eine Person allein kann wenig bewirken - viele zusammen aber schon.
Jeder, der sich gerne im Kleinen, aber mit Unterstützung vieler anderer engagieren würde, um dem Hass entschieden etwas entgegenzusetzen, ist eingeladen, sich nach seinen Möglichkeiten in Diskussionen einzubringen und so vielleicht die auf den Teppich und zu respektvollem Umgang zurückzubringen, die noch nicht ganz verloren sind für die Menschlichkeit in Deutschland und Europa. Ein Lichtstreif am Horizont, der sich hoffentlich europaweit durchsetzen wird.

Hier >  geht es zur Gruppe auf Facebook und auch zur kompletten Gruppenbeschreibung.

https://www.facebook.com/groups/718574178311688/

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Samstag, 7. Januar 2017

In heaven No. 245 - Dreikönigsmond

Sieht er nicht aus wie ein zusammengeklappter Crêpe, aus dem jeden Moment die Marmelade herausläuft? Appetitlich stand der Mond auf jeden Fall in der Nacht zum Dreikönigstag am Himmel in dieser eiskalten Nacht. Der Sturm bließ ihm die wärmenden Wolken vom kugelrunden Bauch und trotzdem schien er nicht zu frieren... der Beneidenswerte. Wer auch immer diese Mär erfunden hat, dass man mit ausreichend Speck auf den Rippen nicht frieren würde, war ein Idiot. Ist ja auch völlig unlogisch, schließlich sitzen die Kälterezeptoren nicht zwischen Speck und Muskeln, sondern in der Haut - warum sollte man dann also weniger frieren? Auf jeden Fall kenne ich niemanden, der so schnell und viel und unbandig friert wie ich und das trotz Speckschicht. Ich friere sogar an den Haaren. Ich schwör.

Es gibt kein falsches Wetter, sondern nur falsche Kleidung? Mir egal, ich bin für klirrende Kälte einfach nicht gemacht. Wie Menschen in Sibirien überleben können ist mir ein Rätsel, wie sie das in Australien tun, ebenso. Wenn es nach mir ginge, würde sich unser Klima in Deutschland ganzjährig zwischen 15 und 22°C bewegen. Aber ihr Eiseskälte- und Hochsommerhitzeliebenden habt Glück - es geht ja nicht nach mir. Also schlottere ich weiterhin von November bis März steif vor Kälte vor mich hin und hitzekomatiere im Juli und August, beziehungsweise werde in dieser Zeit zum Primärstubenhocker oder Schattenschleicher. 
Kreislauf trainieren? Morgens kalt duschen? Sport im Freien? Seid ihr wahnsinnig? Kaltes Wasser ist Folter (ähm...Sport auch). Ich Weichei, ich. Natürlich könnte ich auch auf die Kanaren auswandern, aber das restliche Jahr gefällt es mir ja ganz gut hier, das ist dann doof und außerdem könnte ich dann nicht mehr über das Wetter jammern und müsste mein Spanisch optimieren. Also weiterhin dickzwiebelig anziehen wie die kleine Hexe und noch drei Monate durchhalten, bis die Heizdecken, Wärmflaschen und Fellpuschen wieder ausziehen dürfen... bis zum nächsten Spätherbst.

Dreikönigs-Halbmond am 6. Januar.
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